

Beim Jazz on the Avenue Festival in Ploiești wurden Joo Kraus, Joscha Glass, Torsten Krill und ich sehr herzlich empfangen. Die Betreuung und das Publikum waren super und so wurde es ein sehr schönes Konzert.
Beim Jazz on the Avenue Festival in Ploiești wurden Joo Kraus, Joscha Glass, Torsten Krill und ich sehr herzlich empfangen. Die Betreuung und das Publikum waren super und so wurde es ein sehr schönes Konzert.
In wunderbarer Gesellschaft war ich mit Soloversionen der Revolutionslieder und einem Duoauftritt mit Ulrike Schwarz beim Joffel.25 in Upfingen zu Gast.
Mit Jazzanova waren wir mit einem schönen Konzert beim Brasswood Festival in Sopot dabei.
Im Rahmen der Biennale Sindelfingen haben wir in der tollen St. Maria Kirche die zuMUTung aufgeführt.
Mit Lily Merker, Carsten Netz, Uwe Lange, Jogi Nestel und Paul Schobel.
Mit Dieter Fischer und Martin Grünenwald spielten wir die Revolutionslieder auf dem Marktplatz im Kirchheim – im Rahmen des Theaterstücks UFFRUR über die Bauernkriege 1525.
Nachdem die Cottbuser Krabat Inszenierung schon letztes Jahr ein großer Erfolg war – und mir sehr viel Freude gemacht hat – durfte ich nochmal für vier Shows Max Braun vertreten, der auch all die tolle Musik für das Stück geschrieben hat.
Im Rahmen des JAZZOPEN Stuttgart haben wir die Revolutionslieder im Musikpavillon auf dem Schlossplatz in Stuttgart gespielt.
Herzlichen Dank an Stefan Renner für die Fotos!
Mit Anja Herrenbrück, Jean Szymczak, Veronique, Gerhard Schiewe, Peter Inagawa und Ugo Alunni nahmen wir zwei Tage lang Musik für das Hörspiel Alea Aquarius auf.
Auf seinem neuen Album „Trotz alledem“ spielt der Gitarrist Jo Ambros außergewöhnliche Folk-Jazz-Interpretationen von Liedern aus der Zeit der Bauernkriege und der 1848er-Revolution
Das muss man sich erst einmal so ausdenken: Ein treibendes Intro, das an Stevie Wonders „Master Blaster (Jammin‘)“ erinnert, geht über in eine locker hüpfende Melodie aus dem 15. Jahrhundert. Der Song beschreibt einen Überfall von Raubrittern auf Ulmer Kaufleute – doch heraushören wird das niemand, denn das Trio spielt den Song als Instrumentalversion. Hier geht es um die Musik! Oder nicht nur?
„Trotz alledem“ ist nach „Bread & Roses“ (2020) und „How Many Times“ (2022) Ambros‘ drittes Instrumentalalbum mit Protestsongs. Erstmals hat Jo Ambros ausschließlich deutschsprachige Songs ausgewählt – Lieder aus der Zeit des Bauernkriegs und der gescheiterten Märzrevolution von 1848/49, die von der Folk-Bewegung in den 1960er Jahren schon einmal wiederentdeckt worden waren, eingerahmt von Franz-Josef Degenhardts „Zündschnüre-Song“ und dem Kinderlied „Auf einem Baum ein Kuckuck“.
In den Interpretationen scheinen die großen Umdeuter populärer Melodien durch. Ambros‘ Verschränkungen von Melodie und Harmonien erinnern an Bill Frisells Folk-Jazz und an die Jazz-Adaptionen amerikanischer Pop-Großmeister durch Gabor Szabo. Die Lieder dieses dritten Albums können zwar nicht so viele mitsingen wie bei den früheren Alben – allenfalls Kenner der Folk-Szene. Doch Ambros‘ Kunst funktioniert auch ohne den Vergleich: Hier bringt ein eingespieltes Trio die Musik zum Atmen, und das raumfüllend im besten Sinne.
„Seit dem ersten Album 2020 ist das Trio immer mehr zu einer Working Band geworden“, sagt Ambros, der die Songs konzipiert und dann im Proberaum mit der Band ausbauen und weiterspinnen lässt. Ambros‘ Spiel wird komplementiert von Dieter Fischers Basslinien, die mal fundamental dastehen, mal die Gitarre kontrapunktisch ergänzen, und Johann Polzers nüchtern-vielseitigem Schlagzeug. „Jo wollte, dass wir die Stücke so gut kennen, dass jeder von uns sie beim Spielen on the fly verändern kann“ sagt Bassist Dieter Fischer. „Wir klingen jetzt freier.“
„Jo ist sehr begabt darin, wie zwei Gitarren gleichzeitig zu klingen“ sagt Max Braun, der das Album in seinem Studio in Stuttgart produziert und abgemischt hat. Die Band befand sich bei den Aufnahmen im gleichen Raum, Braun kam es auf einen nahen, direkten Sound an – ein Mikro vor dem Bassverstärker, eins vor dem für die Gitarre, ein weiteres nahm den akustischen Klang der Gibson ES-175 von 1953 auf. Das Schlagzeug, mit sparsamen drei Mikros aufgenommen, musste Polzer besonders leise spielen, „eigentlich ja Protest-untypisch“, so Max Braun.
Die Präsentation des Albums im feuerroten Umschlag mit grüngelben Innenseiten wurde visuell und haptisch kongenial umgesetzt vom Stuttgarter Grafiker Marcus Wichmann. „Die Broschüre sollte außergewöhnlich wirken, aber nicht nach Agenturprodukt aussehen“, sagt Wichmann. Er wählte eine große Schrifttype, um die Texte von Martin Kaluza in Szene zu setzen, die die Geschichte der Songs erzählen. Aus dem eigenen Archiv wählte er assoziativ Fotos aus, die Themen wie Konsum, Umwelt, Macho-Verhalten aufgreifen – und so an die Botschaft der Songs anschließen, um sie ins Heute weiterzuspinnen.
Als letzte Single, bevor am 19. Juni das Album Trotz alledem erscheint, kommt heute noch der Kuckuck
Martin Kaluza schreibt darüber:
»Auf einem Baum ein Kuckuck / Sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim / Auf einem Baum ein Kuckuck saß.« Dieses Kinderlied aus dem Bergischen Land kommt so leicht daher. Der kleine Kuckuck, von dem es handelt, sitzt einfach nur auf einem Baum. Zunächst. Denn dann kommt ein Jäger und schießt ihn tot. Begründung? Fehlanzeige. Der Kuckuck hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Er hat keine Gans gestohlen, er hat keinem Kind ein Auge ausgehackt, er saß einfach da. Ihm wird nicht einmal vorgeworfen, ein fremdes Ei aus dem Nest geschubst zu haben, was man ja hätte verstehen können. Der fröhliche Zungenbrecher »Sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim«, der das Ende jeder Strophe noch ein bisschen hinauszögert, lässt ahnen, wie kalt der Jäger den Kuckuck erwischt hat. Wer das Lied geschrieben hat, ist nicht überliefert. Im 16. Jahrhundert gab es mit Ein Gutzgauch auf dem Zaune saß einen Vorläufer. Das Schlimmste, was dem Vogel in diesem Lied passiert, ist allerdings ein Regenguss, von dem er sich schnell wieder erholt. 1838 halten die Volkslied- sammler Ludwig Erk und Wilhelm Irmer erstmals eine Fassung von Auf einem Baum ein Kuckuck saß fest. Studenten singen das Lied gern auf Kneipenabenden als sogenanntes Vexir- oder Pfänderspiel: Wer sich bei dem flotten Zungenbrecher versingt oder die weggelassene Silbe in die Stille hinein grölt, muss eine »Bierstrafe« zahlen. In der ursprünglichen Fassung endet das Lied mit dem Tod des Kuckucks. Doch schon bald werden entscheidende Strophen drangestrickt: »Und als ein Jahr vergangen war / Da war der Kuckuck wieder da.« Jetzt ergibt auch die Formel »Sim sa la dim« Sinn — es ist offensichtlich Zauberei im Spiel. (Heute singt man »Sim sa la bim«.) Kinder sehen: Ach, war gar nicht so schlimm, der ist ja wieder da! Doch in der turbulenten Zeit des Vormärz und der Revolution der Bürger gegen den Adel 1848/49 singen immer mehr Erwachsene das Lied (auch im Karneval übrigens). Der Kuckuck aus dem Kinderlied wird zum Mutmacher, zum Symbol für den Widerstand. Das Signal an jede Art von Jäger lautet: Mit deinem Gewehr kannst du uns nicht beeindrucken. Nächstes Jahr sind wir wieder da.
Auf einem Baum ein Kuckuck
Text und Musik: unbekannt
Überliefert nach Ludwig Erk und Wilhelm Irmer (1838)